Petrochemie

Milliardenschaden bei der Ausschreibung für die Pipeline der Raffinerie Hovizeh; Vetternwirtschaft in der Petrochemie

Ein nicht mit der Petrochemie verbundenes Unternehmen hat durch Vetternwirtschaft einen milliardenschweren Vertrag über den Import von Rohren erhalten und Milliarden von Toman aus dem Staatsvermögen in die eigenen Taschen gesteckt.

Die Petrochemie-Industrie im Iran, die zu den wichtigsten Devisenquellen des Landes zählt, ist in den letzten Jahren zum Spielplatz von Macht- und Vetternwirtschaftsbanden geworden. Ausschreibungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zur Beschaffung von Ausrüstung werden ohne Einhaltung der Mindestanforderungen und mit offener Absprachen von hochrangigen Beamten an unqualifizierte Unternehmen ohne jegliche Erfahrung vergeben. Das Ergebnis dieser Korruption sind mehrfach überhöhte Zahlungen aus dem Staatsvermögen, jahrelange Verzögerungen bei Projekten, das Abfackeln von Milliarden Kubikfuß saurem Gas und die Verschärfung der Umweltkrise in benachteiligten Provinzen, insbesondere Khuzestan.

Die Firma Mehr Afshan Kouhrang; ein unerwarteter Gewinner

Ein herausragendes Beispiel für diese Korruption ist der Fall der Firma „Mehr Afshan Kouhrang“; ein Unternehmen, dessen einzige Referenz vor dieser Ausschreibung Verträge zur Lebensmittelversorgung in Restaurants waren. Dieses Unternehmen gewann durch die Schaffung von Beziehungen und Vetternwirtschaft mit dem Geschäftsführer der Petrochemie Karoun den größten Vertrag über den Import von Rohren für die Petrochemie.

Dieses Familienunternehmen, dessen Vorstandsvorsitzende Shaghayegh Moradi Gharibvand und dessen Geschäftsführung an Nozar Moradi Gharibvand übertragen wurde, gewann unerwartet eine Ausschreibung im Wert von etwa 498 Milliarden Toman. Dieser Sieg ist nicht nur erstaunlich, sondern zeigt auch die Tiefe der Korruption und Absprachen in dieser Branche.

Unverdienter Gewinn und unbeantwortete Fragen

Diese scheinbar einfache Änderung brachte dem Unternehmen tatsächlich über 280 Milliarden Toman unverdienten Gewinn ein. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses lag der Euro-Kurs im SENA-System bei etwa 83.000 Toman, während der Kurs auf dem freien Markt über 130.000 Toman gehandelt wurde. Somit erhielt das gewinnende Unternehmen bei der Abrechnung 780 Milliarden Toman; das sind 57 Prozent mehr als der tatsächliche Betrag der Ausschreibung.

Unter den Dutzenden ähnlicher Fälle, in denen der Name Afshin Kiani und seine Bande auftauchen, bleibt eine grundlegende Frage: Warum sitzt dieser Geschäftsführer bis heute im Sessel des Geschäftsführers der Petrochemie Karoun und unternimmt niemand aus den übergeordneten Führungsebenen oder den Justizbehörden etwas gegen diesen Korruptionsring?