Analyse und Notiz

Macht und Unterdrückung: Warum ist Saedi Nia weiterhin in Haft?

Die Festnahme von Mohammad Saedi Nia, einem iranischen Unternehmer, aufgrund seiner Solidarität mit den Menschen in den Protesten, spiegelt die Hartnäckigkeit des Systems wider.

Macht und Unterdrückung: Warum ist Saedi Nia weiterhin in Haft? t.me
Macht und Unterdrückung: Warum ist Saedi Nia weiterhin in Haft?

Die fortgesetzte Haft und die Beschlagnahme von Vermögenswerten von Mohammad Saedi Nia, einem bekannten iranischen Unternehmer, erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheits- und Justizbehörden der Islamischen Republik zuvor ausdrücklich erklärt haben, dass seine Festnahme aufgrund seiner Unterstützung der Volksproteste und seiner Solidarität mit der protestierenden Gesellschaft erfolgt ist. Diese Situation ist mehr das Ergebnis einer strukturellen Hartnäckigkeit eines Apparates, der nicht bereit ist, die Verantwortung für die Ereignisse und die Bedingungen des heutigen Landes zu übernehmen, als das Ergebnis eines klaren rechtlichen Verfahrens.

Unbegründete Anschuldigungen und Verdrehung der Realität

Saedi Nia und ähnliche Personen sehen sich nicht aufgrund einer spezifischen Straftat, sondern wegen ihrer „Mitgefühl“ und ihrer Solidarität mit den Menschen vagen und unbegründeten Anschuldigungen gegenüber. Die Beschlagnahme der Vermögenswerte dieser Personen ist ein Versuch, die Realität zu verdrehen; als ob sie für eine Situation verantwortlich gemacht werden, die selbst das Produkt von strukturellem Korruption, Ineffizienz und dem Handeln der umfangreichen Überwachungs-, Wirtschafts- und Sicherheitsbehörden ist. Diese Wahrheit ist sowohl der Gesellschaft als auch den Verantwortlichen bekannt.

Opferung und Leugnung der Verantwortung

Doch die herrschende Logik ist klar: Saedi Nia muss geopfert werden, damit andere eine Lehre daraus ziehen und schweigen. Dies ist eine einfache Formel, die immer wieder wiederholt wird. Die Islamische Republik übernimmt weder die Verantwortung für die Proteste der Menschen noch für die Unterdrückung, und ist nicht einmal bereit zu akzeptieren, dass in jedem Szenario—selbst unter der Annahme offizieller Behauptungen über ausländische Interventionen—die endgültige Verantwortung beim Regime liegt.

Das größere Leid besteht darin, dass anstelle einer Entschuldigung gegenüber der Gesellschaft von einer Verschärfung der Strafen die Rede ist. Medienbedrohungen, das Verspotten von Opfern und dann die Betonung der Justizbehörde auf härtere Maßnahmen stehen alle im Einklang mit einem einheitlichen Ansatz: die Leugnung der Verantwortung und die Übertragung der Kosten auf Bürger, die ehrenhaft die Last der Regierung tragen; eine Regierung, die beim ersten Schuss auf das Volk an der Seite der Protestierenden stehen sollte, anstatt den Weg für Mord und Unterdrückung zu ebnen.