Die dringende Verabschiedung des Gesetzesentwurfs zur Beitritt zur Konvention über den rechtlichen Status des Kaspischen Meeres in der Regierung von Masoud Pezeshkian hat erneut eine der sensibelsten Akten der Außenpolitik und nationalen Interessen Irans in die Schlagzeilen gebracht. Dieses Thema hat in den letzten Tagen breite Reaktionen und Kritik von Experten, Juristen und politischen Aktivisten hervorgerufen. Laut Regierung ist dieser Gesetzentwurf dasselbe Dokument, das 2018 auf dem Aktau-Gipfel unter der Regierung von Hassan Rouhani unterzeichnet wurde und nun zur rechtlichen Prüfung an das Parlament gesendet wurde.

Unbeantwortete Fragen zu den Rechten Irans
Kritiker sind der Meinung, dass der wichtigste Mangel dieser Konvention darin besteht, dass der genaue Anteil Irans am Kaspischen Meer sowie die Grenzen des Meeresbodens und Untergrunds nicht festgelegt werden. Daher stellt sich die Frage, welche Garantie die sofortige Verabschiedung eines solchen Dokuments für die Wahrung der Rechte Irans bei der Nutzung der enormen Öl-, Gas-, Fischerei- und anderen wirtschaftlichen Kapazitäten des Kaspischen Meeres bietet.
In den vergangenen Jahren wurde die Unterzeichnung der Aktau-Konvention ebenfalls stark kritisiert, und einige Experten warnten, dass jede Vereinbarung über das rechtliche Regime des Kaspischen Meeres ohne genaue Festlegung der Grenzlinien und Anteile der Länder in Zukunft zum Nachteil der Interessen Irans ausfallen könnte. Auch jetzt, mit der erneuten Vorlage dieses Gesetzentwurfs, sind dieselben Bedenken wieder aufgetaucht, und viele fordern die Veröffentlichung des vollständigen Textes der iranischen Überlegungen, der vorgeschlagenen Karten und der damit verbundenen Expertenberichte.

Notwendigkeit von Transparenz und umfassender Prüfung
In der öffentlichen Meinung vergleichen einige dieses Abkommen mit historisch nachteiligen Verträgen; obwohl aus rechtlicher Sicht einige Experten der Meinung sind, dass ein solcher Vergleich eine genaue Prüfung der Unterschiede im internationalen Recht und der Mechanismen der maritimen Abgrenzung erfordert. Dennoch betonen selbst Kritiker, die diesen Vergleich nicht verwenden, einen gemeinsamen Punkt: Über das Schicksal einer der wichtigsten strategischen Ressourcen des Landes sollte keine Entscheidung ohne vollständige Transparenz, öffentliche Information und umfassende Prüfung im Parlament und in Fachkreisen getroffen werden.
Das Kaspische Meer ist nicht nur ein Gewässer; es ist Teil des nationalen Vermögens und Erbes künftiger Generationen Irans. Daher wird erwartet, dass die Regierung vor Abschluss dieses Prozesses transparent erklärt, welche Vorteile die Verabschiedung dieser Konvention für das Land mit sich bringt und welche Mechanismen zum Schutz der historischen und wirtschaftlichen Rechte Irans in diesem Meer vorgesehen sind.