Iralco, der größte Aluminiumproduzent Irans, steht heute im Zentrum eines der umfassendsten Fälle wirtschaftlicher Korruption. Diese Korruption umfasst organisierten Rohstoffverkauf, den Verkauf von Barren außerhalb der Börse, das Nichterbringen von Tausenden Tonnen Produkt, Währungsdelikte, familiäre Netzwerke und weitreichenden Schmuggel. Offizielle Dokumente zeigen, dass zwischen den Jahren ۱۳۸۹ bis ۱۴۰۱ ein Netzwerk namens „Gruppe Pardis“ durch den Kauf von ۲۳ Prozent des Aluminiumverkaufs an der Warenbörse Barren ohne Produktionsprozess verkauft und mehr als ۳ Tausend Milliarden Toman unrechtmäßigen Gewinn erzielt hat. Dieser Fall wird nun mit der Erhebung der Anklage vor dem Sondergerichtٔ für Wirtschaftsstraftaten in Teheran verhandelt.

Eine kurze Geschichte der Korruption bei Iralco; vom Rohstoffverkauf bis zum organisierten Schmuggel
Die Korruption in der iranischen Aluminiumindustrie hat eine lange Geschichte. Seit Anfang der ۱۳۹۰er Jahre wurden zahlreiche Berichte überٔ den Rohstoffverkauf von Barren, das Nichterbringen an der Börse, weitreichenden Schmuggel und Währungsdelikte veröffentlicht. Im Tir ۱۴۰۵ gab die Regierungsaufsicht von West-Aserbaidschan bekannt, dass ein Industrieunternehmen, das mit Aluminium in Verbindung steht, ۴۵۲ Tonnen geschmuggelte Barren ins Land gebracht hat und dessen Geschäftsführer zu einer Geldstrafe von ۳۷۰ Milliarden Rial verurteilt wurde. Diese Geschichte zeigt, dass die Korruption in der Aluminiumkette kein vorübergehendes Ereignis, sondern ein sich wiederholendes Musterٔ des Missbrauchs von Rohstoffen und staatlichen Devisen ist.
Verkauf von Barren außerhalb der Börse; der Beginn der Iralco-Krise
Laut einem offiziellen Bericht der Justiz von Zentralprovinz hat eine Person mit dem abgekürzten Namen „M.M“ ein familiäres Netzwerk mit acht Tochtergesellschaften unter dem Namen „Gruppe Pardis“ gegründet und im Laufe der Jahre ۲۳ Prozent des gesamten Aluminiumverkaufs an der Warenbörse gekauft. Dieses Netzwerk verkaufte dann die Barren ohne jeglichen Produktionsprozess an Unternehmen, die Rohstoffe benötigten, und spielte praktisch die Rolle eines großen Vermittlers auf dem Markt.

Gerichtliche Untersuchungen zeigen, dass der Rohstoffverkauf von Aluminium von ۱۳۸۹ bis ۱۴۰۱ andauerte und mehr als ۷۳۷ Tonnen Aluminium illegal verkauft wurden, wobei ein unrechtmäßiger Gewinn von ۳٬۳۶۰ Milliarden Toman erzielt wurde.

Netzwerk Pardis; eine organisierte Struktur zur Umgehung der Aufsicht
Dieses Netzwerk hat durch die Nutzung von Überwachungslücken Rohstoffe mit staatlichen Devisen importiert und Barren außerhalb der Börse verkauft, um große Gewinne ohne tatsächliche Produktion zu erzielen, und sogar einen Teil des unrechtmäßigen Gewinns an den Staat zurückgeführt, um härtere Maßnahmen zu vermeiden, was dieses Muster zu einem klassischen Beispiel für strukturelle Korruption in den Schlüsselindustrien Irans macht.

Von Marktstörungen bis zur Bedrohung der wirtschaftlichen Sicherheit des Landes
Der Iralco-Fall ist aus mehreren Gründen wichtig, da das finanzielle Volumen sehr hoch ist (mehr als ۳ Tausend Milliarden Toman) und in direktem Zusammenhang mit Schlüsselindustrien und nationaler Produktion steht, wobei das Vorhandensein von familiären und organisierten Netzwerken zu Währungsdelikten und weitreichendem Schmuggel und Störungen auf dem Inlandsmarkt und steigenden Preisen geführt hat.
Der Iralco-Fall zeigt, wie der Verkauf von Barren außerhalb der Börse, Rohstoffverkauf, Schmuggel, Währungsdelikte und familiäre Netzwerke eine Schlüsselindustrie in eine Krise stürzen und die Produktionskette des Landes stören können. Der Fall wird derzeit ohne Ergebnis vor dem Sondergerichtٔ für Wirtschaftsstraftaten in Teheran verhandelt und ist archiviert.