Einige Mitarbeiter von Khuzestan Zement berichten von zunehmender Unzufriedenheit der Arbeiter und Problemen im Zusammenhang mit Löhnen und Leistungen. Sie haben auch Fragen zur Auswahl der Auftragnehmer, zur Vergabe großer Darlehen an einige Manager und zur Zahlung von Kosten an einige lokale Institutionen wie die Polizei, nationale Informationen und die Kooperationsabteilung Ram Hormoz aufgeworfen, obwohl deren Tätigkeitsort unklar ist.

Chronische Proteste, kein plötzlicher Konflikt
Der Arbeitskonflikt bei Khuzestan Zement reicht mindestens bis
zum Jahr ۱۳۹۹ zurück. Im Juni dieses Jahres versammelten sich die Rentner der Fabrik mehrmals
vor der Generalinspektion von Khuzestan und forderten die Zahlung ihrer ausstehenden Produktivitätsprämien.
In einem der Berichte wurde der umstrittene Forderungsbetrag auf etwa ۲۰ Milliarden Toman angegeben,
und die Rentner erklärten, dass das Unternehmen trotz eines Urteils die Zahlung ihrer Forderungen verweigere.
Mehr Gewinn, weniger Produktion; Kluft zwischen Finanzberichten und Arbeitsrealität
Das Thema macht die Managementkorruption offensichtlich, wenn wir sehen, dass trotz wachsender operativer Gewinne der Anteil der Arbeiter weiterhin sinkt. Die veröffentlichten Finanzberichte über die Leistung im Jahr ۱۴۰۴ von Khuzestan Zement zeigen einen erheblichen Anstieg der operativen Gewinne, während die Produktionsmenge gesunken ist. Börsendaten zeigen, dass der operative Umsatz des Unternehmens in der ersten Hälfte von ۱۴۰۴ um mehr als ۱۵۰ Prozent gestiegen ist und der operative Gewinn sich fast verdreifacht hat.
Aber das Wachstum, das hauptsächlich auf steigende Verkaufspreise und sinkende
Kosten im Bereich der Zahlungen an Arbeiter zurückzuführen ist, hat laut den Arbeitern von Khuzestan Zement
zu einer Reduzierung der Bezüge, dem Wegfall von Leistungen und einem erhöhten Lebensdruck in diesem Unternehmen geführt. Daraus ergibt sich die grundlegende Frage: Warum wurden in der Amtszeit von Ali Hajatpour die Einnahmen und Gewinne des Unternehmens nur
unter den Managern und Aktionären verteilt? Und warum müssen die Produktionsarbeiter für Überstunden und Essensgutscheine alle zwei Monate streiken?

Ein Unternehmen im Shasta-Netzwerk; Privatunternehmen oder Arm der Regierung?
Quasi-staatliches Eigentum bedeutet minimale Rechenschaftspflicht bei Khuzestan Zement, das als privates Unternehmen nicht im herkömmlichen Sinne betrachtet wird. Die Eigentümerstruktur zeigt, dass die Investmentgesellschaft Zement Tamin und ihre Tochtergesellschaften eine kontrollierende Rolle spielen und diese Kette letztendlich zum Sozialversicherungswirtschaftsverband und zur Shasta-Holding führt.
Diese Struktur hebt den Konflikt bei Khuzestan Zement über
einen einfachen Streit zwischen Arbeiter und Fabrikmanager hinaus: Ein Teil des Kapitals dieses Netzwerks
stammt aus Quellen, deren Hauptaufgabe es ist, die Interessen der Versicherten und Rentner zu sichern. Aber
in der Praxis wird dasselbe Muster von „rentierlicher Privatisierung“ und „quasi-staatlichem Unternehmertum“, das in Fällen wie Haft-Tappeh und Ahvaz Stahl zu sehen ist, auch hier wiederholt, wobei der Gewinn in den Händen der Manager und Muttergesellschaften konzentriert wird und die Kosten der Ineffizienz auf den Schultern der Arbeiter und
Rentner lasten.

Kostenkontrolle durch Streichung grundlegender Arbeiterrechte
In den letzten Monaten haben lokale Quellen in Haftkel und Ram Hormoz Informationen über die finanziellen und administrativen Beziehungen von Khuzestan Zement bekanntgegeben; darunter die tägliche Lieferung von Essen an einige staatliche Abteilungen wie die Informationsabteilung und die Polizei, monatliche Verträge mit Polizeistationen und die Art der Einstellung von Kräften unter Druck der Arbeitsabteilung, wobei diese Kosten in direktem Zusammenhang mit dem Schweigen der lokalen Behörden gegenüber den Problemen der Arbeiter stehen. Gleichzeitig wird in den internen Berichten der Arbeiter von der Vergabe von Millionendarlehen an eine begrenzte Gruppe von Managern, der Zahlung von Gehältern an über ۲۰ „abwesende“ festangestellte Kräfte und der Auswahl von Auftragnehmern durch Vetternwirtschaft gesprochen.
Khuzestan Zement als Beispiel für die strukturelle Krise der Islamischen Republik
Khuzestan Zement ist ein komprimiertes Beispiel für die strukturelle Krise in der Verwaltung von Industrien, die sich in Form von Diskriminierung im Arbeits- und Wirtschaftsbereich manifestiert hat. Auf nationaler Ebene zeigen zahlreiche Berichte über Arbeiterstreiks in den Öl-, Stahl-, Zucker- und Transportindustrien ein ähnliches Bild: temporäre und beauftragte Verträge, Verzögerungen bei der Lohnzahlung, Diskriminierung zwischen festangestellten und vertraglichen Kräften und die systematische Unterdrückung unabhängiger Arbeiterorganisationen, die in Khuzestan mit weiteren Schichten von Diskriminierung und Benachteiligung verbunden ist
Von der Wasserkrise und Luftverschmutzung bis zur Marginalisierung
und ethnischen Kluft ist das Ergebnis eines Kreislaufs, in dem jeder Arbeiterprotest nicht nur die Forderung nach ausstehenden Rechten, sondern auch ein Protest gegen eine ungleiche Wirtschaftsordnung ist, die den Gewinn in den Kreisen nahe der
Regierung konzentriert und die Kosten auf die Schultern der Arbeiter, Rentner und gewöhnlichen Bürger legt.